Mensur

Mensur

Die Burschenschaft Wiking bekennt sich zum “konservativen” Prinzip und ist somit eine “schlagende Verbindung”. Das bedeutet, dass alle jungen Mitglieder Mensuren fechten müssen. Dieser streng reglementierte Fechtkampf wird, nach alter Tradition, zwischen zwei Mitgliedern verschiedener Studentenverbindungen  ausgetragen.

Beim Fechten geht es nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, darum den Gegner oder sich selbst zu verletzen, sondern um die „aufrechte Teilnahme“ und um das Durchhalten in einer Extremsituation. Ziel ist es, die auferlegten Regeln strikt zu befolgen, Mut, Ausdauer und Selbstbeherrschung zu beweisen und die eigene, korrekte Stellung zu wahren. Man kann die Mensur aber auch sportlich sehen, vielleicht sogar als Mutprobe um die eigene Schwäche zu überwinden, als verbindendes Ritual im Freundeskreis oder als unvergessliches Erlebnis mit “ultimativem Kick”.

Gefochten wird mit einem traditionellen “Korbschläger”. Geeignete Schutzausrüstung, ein strenges Regelwerk (Comment) und die Leitung durch einen erfahrenen Unparteiischen sorgen stets für einen korrekten Ablauf.  Bevor man auf Mensur steigt, wird beim Üben (pauken) darauf geachtet, dass alle Hiebe einwandfrei beherrscht werden. Dafür benötigt man zumindest ein ganzes Semester. Erst nach ausreichender Vorbereitung tritt der Aktive zur Mensur an.

Jede Mensur ist immer wieder eine Herausforderung für die gesamte Verbindung. Es gilt nicht nur den Paukanten zu trainieren, sondern auch die restliche Mensurmannschaft punktgenau auf dieses Ereignis einzustellen. Der Sekundant, der Testant, der Einpauker und der Paukwart müssen ein gemeinsames Team bilden.  Die übrigen Aktiven fiebern mit ihrem Paukanten dem Mensurtermin entgegen. Keine Frage, jede geschlagene Mensur wird in diesem Kreis, oft auch zusammen mit der Gegenseite, gebührend gefeiert!